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schönschön/

Die schönste Frau der Welt erwacht aus passiven Protest eine Stunde zu spät. Leider nutzt sie diese Stunde, um davon zu träumen, wie sie versucht sich nicht von Gate wecken zu lassen. Als ich dann wirklich aufstehe ist kaum noch Zeit den Augenringen einen wenigstens halbstündigen Urlaub auf den Kanarischen Inseln oder wo sonst der Pfeffer wächst einzureden. Mit meinen müde eingedrückten Augen werde ich beim Morgensport einen ausdrucksstarken Eindruck hinterlassen: Hauptsache das Spiegelbild überzeugen. Ohne Frühstück Frühsport ist ein Kunststück. Mir fällt mein Hang und Drang zum dämlichen Ausdruck auf und kann nichts dagegen tun, außer mich aufs Wesentliche zu beschränken: ein riesig rundes Tuch, das von allen am Rand angefasst und hochgehoben wird: ein Zirkuszelt in den Grundfarben der Welt, das langsam nur zu Boden fällt ... Nach einer Tasse Kaffee geht's mir besser, die harte Birne wird im Magen schon irgendwann weich. Weil schöne Frauen große Aufgaben übernehmen sollten führe ich meine Gruppe verantwortungsvoll von der Geschlossenen zum offenen Atelier, dort kriege ich auch Schokolade. Ich mache meine Tanne in Acryl, das Pärchen bleibt ungemalt, der Weg farblos: ich sollte mit der Selbstdiagnose aufhören und meinen Gefühlen mehr Freilauf lassen: eine ganz bunte Tanne; schöne Frauen sind auch sehr naturverbunden. Ich versuche auch meine Genialität im Zurückhaltens meines Urins in der dafür vorgesehenen Blase zu üben. Die Probleme die ich im Normalfall damit habe spricht man im Üblichen nur dem schwachen Geschlecht zu. Ich werde auch immer besser; in allen Dingen: warten. In der Schlange beim Mittagessen ist das kein Problem, weil sich die Distanz stetig ca. alle zwei Kellen voll Kartoffelbrei um einen Schritt also mindestens volle dreißig Zentimeter verkürzt. Dann sind es noch zwei volle Stunden bis sich das offene Atelier wieder in ein solches tut, will sagen öffnet, will sagen: gebrauche, und verschwende nicht, meine kostbar schöne Zeit zum Reden vieler Wörter, sämtlicher Erklärungen, Randnotizen und Fußnoten inbegriffen. Aber ich muss sparsam sein, die schönste Energie soll umgeleitet werden, in das Bild von Monet das ich gerade abmale. Mir wurde gesagt, dass in der Malgruppe eine Frau mit Zwangsneurosen drin ist und ich glaube das ist die Frau die mich ständig lobt. Als ich mein Bild aber im Zimmer aufhänge bleibe ich von dessen Schönheit geblendet eine halbe Stunde davor stehen. Ich will zur Ablenkung lesen, lese energisch laut, aber komme nicht gegen den Drang an und schicke mich selbst aus dem Zimmer. Mein schönes Zimmer in dem jetzt ein Monet hängt. In der Umgebung von Leuten die nicht wie ich sind fühle ich mich wohler. Alle die ich im Gang anfangen und ins Zimmer locken kann finden mein Bild auch schön. Gate weint, darum muss ich jetzt wirklich lesen: feinste französische Lyrik. Ich mache dann noch was mit No, auch streiten und alles andere am Tag ist auch schön. Ein leerer Kopf geht ins Bett und hofft, dass er sich morgen immer noch so gut mit der Regelung von Neurotransmittern auskennt.
16.4.08 20:20
 


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