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lieber grüne Socken/

Der Pfleger der mich bringt sieht noch gut aus; die Fliesen grün machen einen hoffnungsvollen Eindruck. Der lange Gang ist leer und so bleibt das Gefühl als mir eine Kindergärtnerin erklärt wie ich Rabenkörper zu schleifen habe. In der Holzwerkstatt muss man immer Schürzen tragen, ich lasse Cäcilia die Wahl und sie pinkelt jeden einzelndn ans Bein. Später muss sie mit blauverschmierter Schürze neben mir sitzen und das Sandpapier falten und prüfen, ob die Raben glatt genug sind. Einmal wird sie rot, als ich ihre Stoppeln am zweiten linken Bein sehe. Aber ich habe den Rasierer weggeschmissen. Verdrossen machen wir Pause. Als die Frau von der frühzeitigen Mittagspause überzeugt ist renne ich durch Hedwigs Nord und West und Ost und endlich zurückk und will der Ärztin meinen Hass auf Holz erklären. Meine Inkonsequenz wird gescholten und mit drei mal DOCH soll ich um zwei zum zweiten Mal zur Tagesklinik. Ich muss also einen zweiten Pullover anziehen und Zigaretten kaufen gehen. Die Schwester glaubt mir, dass ich süchtig bin und außer Atem am Alex rufe ich No an. Wir genießen den langen Nachmittag und drehen die Heizung auf. Die junge Zahnärztin dreht den Sessel ungewöhnlich weit zurück. Ich liege kopfüber, aber niemand ist da der mich holen will; die Sorge ist ganz auf meiner verdrehten Seite. Die junge Frau hat ausnamsweise einen Mundschutz vor dem Gesicht, ich erkenne sie trotzdem, sie hat Mundgeruch und erkennt meine Schmerzen nicht. Peter Turrini hatte Schmerzen. Als er eine Schreibblockade hatte kam er in die Psychatrie. Sein arzt konnte ihn einfach davon überzeugen indem er die geringen Kosten einer Taxifahrt zum Krankenhaus mit den emensen Aufwand seiner Beerdigung verglich. Als Künstler muss er eingesehen haben, dass der Vergleich nicht zieht, denn er hätte wohl kaum für die Bestattungsorgen müssen. Sein Restvernunft aber brachte ihn in die Klinik und er bekam bunte Pillen und sah bunte Regenbogen. Und er schrieb, ganz unerwartete denn er war Dramatiker, Gedichte. Ich kaufe das Buch bei Hugendubel und fahre dann zurück zur Klinik. Allerdings mit No, seinem Gewerbeschein, und einem gültigen Fahrausweis. Dabei schon nervös genug, was man mit mir machen wird: Ausgangssperre oder Rausschmiss. Der Fahrstuhl fährt viel zu schnell in den vierten Stock. Die Kraushaarlockenschwester schließt die Tür auf, öffnet aber nicht, geht wieder. Es passiert nichts. Ich sitze auf der Bettkante: Alles muss man selbst machen.
3.4.08 09:05
 


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