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wie kleber in den nasennebenhölen/

Es sind ganze Sätze im Kopf. In der Nacht sage ich: Ich schwitze, es ist heiß, aber wenn ich das Fenster aufmache bin ich zu laut. Gate ist auch laut morgens. Aber ich bin nicht Gate. Ich gehe leise ins Bad und Gate ruft hinterher, dass es Frühstück gibt. Ich schreie den Spiegel an, dass es jeden Morgen Frühstück gibt. Meinen Schuhen sage ich, dass sie die Schubladen nicht so laut zuknallen soll. Gate sagt dem Schrank: achso. Ich mache mein Bett nicht, um passiv Unordnung zu schaffen. Um meinen Gram zu verdeutlichen esse ich Kornflakes aus dem Plastikbecher und mit großen Löffel, dass die Milch fast überschwappen könnte. Weil eine warm angezogene Frau nach Urin riecht, glaube ich die Milch ist gelblich. Ich schaue eingehend hin. In den Spiegel, den ich fertig klebe, egal wer mich ruft. Jetzt fehlen nurnoch zwei Haken hinten dran und das Datum falls das wichtig ist. Morgen kann ich das nicht machen sagt die Ärztin, ich habe einen Probetermin ind er Tagesklinik; sagt zweimal die andere Ärztin. Bei ihr gibt es: viel zu sagen und ich verpasse das Mittagessen. Stattdessen füttere ich mich mit meiner negativ ausgeprägten Phantasie und Cäcilia strickt fleißig. Ich habe meine Spinne liebevoll Cäcilia getauft, weil sie hier auf der Station geboren wurde und nicht in Paris. Das heilige Sankt vor dem Namen habe ich weggelassen, obwohl sie fast eine Heilige ist und mit ihren langen Beinen den Hai und den Kaputzenjungen abwehrt jede Nacht. Wozu sonst acht davon. Das rosa Wollknäul macht sie zerbrechlich bei ihrer Größe. Die Ärztin sagt ich soll eine Brille tragen, um die Realität besser zu sehen, aber mit Cäcilia mache ich kleine Schritte; ausholende Schritte am Gemeinschaftsraum vorbei, um das Gedächnistraining zu schwänzen. Ich will Tannen malen, aber es gibt keine Stifte. Annmarie sagt, ich könnte mit No ins Pergamon-museum gehen, aber das finden wir gut und verabreden uns für Mittwoch. Ich mag sie: paranoide Menschen sind romantisch. No und ich sind utopisch: auf der Suche nach mehr guter Lyrik; durchstreifen wir die Stadt bis zum ASIA-SNACK, mit Hockern die unter die Tische passen. Ich schlage No, bis ihm mein trockener Fisch aus dem Mund in die Erdnusssoße fällt. Die Unhöflichkeit steht Gleichstand: wir fassen uns nicht an. Wir lassen uns an die Luft und nehmen heiße Schokolade und Rum, bis wir denken ohne uns geht es nicht. Atemlos sind wir pünktlich zurück, aber die Vernunft hat nie zu hohen Blutdruck: ich bleibe in der Klinik. No fährt Heim und ruft an um zu sagen, dass wir kein Heim haben: die fröhliche Frau hat abgesagt, weil ihre neue Wohnung zu hellhörig ist. Ich schlafe nicht ein; Gates Atem klingt wie ein falsch betontes Gedicht.
2.4.08 01:56
 


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