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Löschpapier mitgebracht/

Ich nehme gleich nach dem Aufstehen ein rosa Blatt aus der Schublade, genaugenommen ist es wurst-farbenes Löschpapier. Ganz zuerst schreibe ich in großen sauberen Buchstaben: beim Alleinsein Tannen malen. Es ist besprochen, dass es gegen die Traurigkeit hilft. No findet die Tannen nicht schön; ich sagte ihm schon, dass es sich nicht um Christbäume handelt. Meine Tropfen Rispadal ziehen im Kopf hin und her, ich rolle demnach mein Blatt immer wieder zusammen und spiele Ping Pong im Schlaf. Zwischen den ersten zwei Mahlzeiten schlafe ich nur, aber die Gedanken sind eindeutig: ich werde dann schreiben: bei Problemen aufstehen. Kartoffelsuppe stärkt. Ich telefoniere mit heller Stimme mit einer fröhlichen Frau und frage, ob ich in ihre schöne Wohnung ziehen kann. Es klappt, weil die andere Bewerberin abgesagt hat. Ich mache ein deutliches Häkchen hinter: Ruhe auf mittlerer Basis. Aus dem Münztelefon kommt kein Restgeld, aber mit neuer Wohnung brauche ich das nicht. Ich bin neugierig auf die Ein-Zimmer-Wohnung in Neukölln. Auf meinem Papier steht die Frage, worauf ich neugierig bin. Vor lauter Lebensplanung gehe ich ins gemachte Bett, mit Sachen an. Als No kommt, bringt er eine Mini-Pizza Italia, die ich versuche ihm größtenteils zu überlassen. Er lässt mir dann die Wahl; wir nehmen: eine Station die S-Bahn, bis zum Hauptbahnhof die Füße. Das Spreeufer ist leer, nur ein schwarzbemantelter Mann rennt mit neongrünem Kinderwagen vorrüber. Wir sind ganz alllein mit Berlin und keine Probleme mit der Sonne. Bei McPaper kaufen wir ein zweites Nina-No-Heft, in Wirklichkeit heißt es Friedrich-Wilhelm. Die Verkäuferin zählt eigenhändig das Kleingeld aus meiner Hand, als wäre ich eine Oma beim Fleischer und ich sage: die Verkäuferin zählt eigenhändig das Kleingeld aus meiner Hand, als wäre ich eine Oma beim Fleischwarenhändler. No versteht das, es ist spät, wir fahren zurück. In der S-Bahn sitzt ein Mann mit einem riesigen Kopf, aber sonst ziemlich klein. Den wurstfarbenen Zettel habe ich dabei, hohle ihn aber erst raus als wir auststeigen, weil er ihn sonst frisst. Aber im Gehen kann man schlecht schreiben: nur an wichtigen Dingen sparen. No bestellt eine große Pizza Italia. Wir essen sie auf der Bank vor der Straße und schauen auf den Balkon gegenüber Leuten beim Blumeneintopfen zu. Wir gönnen uns eine richtige Pause und das kommt aufs Papier. Beim Duschen entspannen wir so sehr, dass das Wasser bis fast unter den Türschlitz durch läuft. No sagt, ich soll ihm keinen Blasen und ich finde das ist sein Witz des Tages. Ich verkünde feierlich, dass ich einem Tischtennisverein beitreten werde und er lacht.
29.3.08 07:27
 


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