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Tage wie heu/

Ich beglotze die Gardinenfalten als Wand von der Decke fallen wie geriffelte Felsen. Felsen gibt es vielleicht auf Bermuda. Berge; Teeberge in Indien. No und ich müssen durch die niedrigen Sträucher luken und suchen wie im Labyrint; Kreuzworträtsel: Wagner der keine Musik gemacht hat: Jan: Layrik: achtzehn Pasteten: shepherd's pie: Löschpapier zwischen Mett. Auch zum Frühstück keine Mettwurst mit Zwiebeln. Davon wird mir schlecht. Lieber schlage ich weiter auf menschenfressende Spinnen ein und lasse No vorgehen im Dschungel. Durch Geäst und Gitterstäbe und Gardinen, wie Nebel vor dem Zimmerfenster, denn Gate zieht sie immer zu. Denn Hedwigs Nordflügel erinnert sie an eine Behindertenschule in der Kindheit. Ich weiß nicht, ob es der Nordflügel ist, die Sonne ist selten. Wenn ich den Vorhang aufziehe liegt blaues Tranzpaparenzpapier auf der roten Hauswand. Das Haus mit dem Tattooladen ist demnach grün. Der Anker auf meinem Hals wird marine werden, unsichtbar im Meer. Frachter ziehen vorüber,es gint noch längst keinen Kuchen zum Frühsport. Es gibt Schweiz und Medizinball ohne Nebenwirkungen, außer leichte Ermattung (ansonsten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker). Die Matten stehen bourdeaue-rot an den Wänden, wie Weingläser an Tischkanten und wir taumeln im Takt; don't worry be happy now düdüdü. Ich pfeife auf den Tiefschlaf, ich träum den Tag: verbünde mich mti der strickenden Spinne. Wenn sie fertig ist mit den acht rosanen macht sie auch zwei Wollsocken in meiner Größe. Wir halten unsere Beine nebeneinander, meine sind rasiert, ihre in der Überzahl. Der Deal ist, dass sie bei mir bleibt, ohne dass ich eine Leine kaufen soll. In manchen Situationen lässt sie mich nämlich gern allein und fährt weiter nur Ring-Bahn. Die Bahn streikt heute nicht, ich bin erreichbar. No und ich erreichen endlich den Gipfel, haben frei Sicht und einen Papagei auf der Schulter, der heißt Thomas. Aber heute fliegt er barv weg, als ich sage, dass ich müde bin. Ganz oben ist die Luft aber dünn, ich schlafe nicht ein, trotzdem stelle ich den Kopfteil nicht wieder in die waagerechte Position: Ich huldige erhaben dem Tagtraum. Daher esse ich Pfeffersteak zu Mittag im Resturant. Das Fett wird beim Sport verbrannt, heute ist Qi Gong. Und ich mache den Kranich und ich mach dir den Hirsch baby, yeah. No kommt nicht.
1.4.08 08:09


wie kleber in den nasennebenhölen/

Es sind ganze Sätze im Kopf. In der Nacht sage ich: Ich schwitze, es ist heiß, aber wenn ich das Fenster aufmache bin ich zu laut. Gate ist auch laut morgens. Aber ich bin nicht Gate. Ich gehe leise ins Bad und Gate ruft hinterher, dass es Frühstück gibt. Ich schreie den Spiegel an, dass es jeden Morgen Frühstück gibt. Meinen Schuhen sage ich, dass sie die Schubladen nicht so laut zuknallen soll. Gate sagt dem Schrank: achso. Ich mache mein Bett nicht, um passiv Unordnung zu schaffen. Um meinen Gram zu verdeutlichen esse ich Kornflakes aus dem Plastikbecher und mit großen Löffel, dass die Milch fast überschwappen könnte. Weil eine warm angezogene Frau nach Urin riecht, glaube ich die Milch ist gelblich. Ich schaue eingehend hin. In den Spiegel, den ich fertig klebe, egal wer mich ruft. Jetzt fehlen nurnoch zwei Haken hinten dran und das Datum falls das wichtig ist. Morgen kann ich das nicht machen sagt die Ärztin, ich habe einen Probetermin ind er Tagesklinik; sagt zweimal die andere Ärztin. Bei ihr gibt es: viel zu sagen und ich verpasse das Mittagessen. Stattdessen füttere ich mich mit meiner negativ ausgeprägten Phantasie und Cäcilia strickt fleißig. Ich habe meine Spinne liebevoll Cäcilia getauft, weil sie hier auf der Station geboren wurde und nicht in Paris. Das heilige Sankt vor dem Namen habe ich weggelassen, obwohl sie fast eine Heilige ist und mit ihren langen Beinen den Hai und den Kaputzenjungen abwehrt jede Nacht. Wozu sonst acht davon. Das rosa Wollknäul macht sie zerbrechlich bei ihrer Größe. Die Ärztin sagt ich soll eine Brille tragen, um die Realität besser zu sehen, aber mit Cäcilia mache ich kleine Schritte; ausholende Schritte am Gemeinschaftsraum vorbei, um das Gedächnistraining zu schwänzen. Ich will Tannen malen, aber es gibt keine Stifte. Annmarie sagt, ich könnte mit No ins Pergamon-museum gehen, aber das finden wir gut und verabreden uns für Mittwoch. Ich mag sie: paranoide Menschen sind romantisch. No und ich sind utopisch: auf der Suche nach mehr guter Lyrik; durchstreifen wir die Stadt bis zum ASIA-SNACK, mit Hockern die unter die Tische passen. Ich schlage No, bis ihm mein trockener Fisch aus dem Mund in die Erdnusssoße fällt. Die Unhöflichkeit steht Gleichstand: wir fassen uns nicht an. Wir lassen uns an die Luft und nehmen heiße Schokolade und Rum, bis wir denken ohne uns geht es nicht. Atemlos sind wir pünktlich zurück, aber die Vernunft hat nie zu hohen Blutdruck: ich bleibe in der Klinik. No fährt Heim und ruft an um zu sagen, dass wir kein Heim haben: die fröhliche Frau hat abgesagt, weil ihre neue Wohnung zu hellhörig ist. Ich schlafe nicht ein; Gates Atem klingt wie ein falsch betontes Gedicht.
2.4.08 01:56


lieber grüne Socken/

Der Pfleger der mich bringt sieht noch gut aus; die Fliesen grün machen einen hoffnungsvollen Eindruck. Der lange Gang ist leer und so bleibt das Gefühl als mir eine Kindergärtnerin erklärt wie ich Rabenkörper zu schleifen habe. In der Holzwerkstatt muss man immer Schürzen tragen, ich lasse Cäcilia die Wahl und sie pinkelt jeden einzelndn ans Bein. Später muss sie mit blauverschmierter Schürze neben mir sitzen und das Sandpapier falten und prüfen, ob die Raben glatt genug sind. Einmal wird sie rot, als ich ihre Stoppeln am zweiten linken Bein sehe. Aber ich habe den Rasierer weggeschmissen. Verdrossen machen wir Pause. Als die Frau von der frühzeitigen Mittagspause überzeugt ist renne ich durch Hedwigs Nord und West und Ost und endlich zurückk und will der Ärztin meinen Hass auf Holz erklären. Meine Inkonsequenz wird gescholten und mit drei mal DOCH soll ich um zwei zum zweiten Mal zur Tagesklinik. Ich muss also einen zweiten Pullover anziehen und Zigaretten kaufen gehen. Die Schwester glaubt mir, dass ich süchtig bin und außer Atem am Alex rufe ich No an. Wir genießen den langen Nachmittag und drehen die Heizung auf. Die junge Zahnärztin dreht den Sessel ungewöhnlich weit zurück. Ich liege kopfüber, aber niemand ist da der mich holen will; die Sorge ist ganz auf meiner verdrehten Seite. Die junge Frau hat ausnamsweise einen Mundschutz vor dem Gesicht, ich erkenne sie trotzdem, sie hat Mundgeruch und erkennt meine Schmerzen nicht. Peter Turrini hatte Schmerzen. Als er eine Schreibblockade hatte kam er in die Psychatrie. Sein arzt konnte ihn einfach davon überzeugen indem er die geringen Kosten einer Taxifahrt zum Krankenhaus mit den emensen Aufwand seiner Beerdigung verglich. Als Künstler muss er eingesehen haben, dass der Vergleich nicht zieht, denn er hätte wohl kaum für die Bestattungsorgen müssen. Sein Restvernunft aber brachte ihn in die Klinik und er bekam bunte Pillen und sah bunte Regenbogen. Und er schrieb, ganz unerwartete denn er war Dramatiker, Gedichte. Ich kaufe das Buch bei Hugendubel und fahre dann zurück zur Klinik. Allerdings mit No, seinem Gewerbeschein, und einem gültigen Fahrausweis. Dabei schon nervös genug, was man mit mir machen wird: Ausgangssperre oder Rausschmiss. Der Fahrstuhl fährt viel zu schnell in den vierten Stock. Die Kraushaarlockenschwester schließt die Tür auf, öffnet aber nicht, geht wieder. Es passiert nichts. Ich sitze auf der Bettkante: Alles muss man selbst machen.
3.4.08 09:05


freitage voller/

Ich verschwende keine Worte mehr. Alle können sagen was sie wollen, ich trinke Tee. Wer nichts Kluges zu sagen hat darf hier nicht schweigen: umgeben von Dummheit und Krankheit und Oberflächen deren Inneres so flach ist, wie ihre Bäuche sein sollten. Ich setzte mich da hin; ich setzte mich da hin; nun bin ich schon sozial und kein Stuhl ist frei. Die Kunst ist frei und macht jeden freier und die Beschäftigungstherapie lässt das zu, auch hinter verschlossenen Türen und ich bleibe auf dem Hocker mit dem Fugenkleber sitzen bis ich wieder Freiheit brauche. Um elf Uhr muss ich sie brauchen, die Therapie ist alle: ich und der Tee sind allein. Cäcilia macht wohl mit Gate Nachturlaub; ich muss ihr Verantwortung für mich noch beibringen. Dann würde ich ihr zur Belohnung von den bunten Nudeln geben, die sind vegetarisch. Vegetarische Tiere sind sehr gut; Vegetarier sind nur halbe Menschen und Raucher auch und alle die immer nur Kiwis essen, ohne dass sich ihre Mägen zusammenziehen. Aus dem Tiefschlaf holt mich der Chefarzt persönlich. Im Halbkreis steht die weiße Brigade um mein Bett, ich bin wohl ziemlich krank. Krankheit macht den Menschen weich, ich rede: Subjekt Prädikat Objekt, die Reihenfolge ist mir peinlich: Tomatenkopf ich. Und werde auch nicht wieder rosa vom Gedächnistraining das ich nicht besuchen will. Man lässt mich unbegossen stehen. Ich bin keine Tomate und brauche das Wasser um grün zu werden, bei grün darf man gehen und ich Ampelmännchen stolziere stolz hinter und mache brav meine Aufgaben. Aber ich will was mit ohne Worte und Bilder suchen und mit dem roten Kugelschreiber ausmalen; das ist der Rest Tomate in mir. Dagegen gibt mir die Psychologin die Anleitung zum Unglücklichsein, aber die kenne ich schon und lese nur eine Geschichte mit einem Hammer. Raushauen kann mich Annmarie die nur zu Besuch ist. Wir sprechen von Leuten mit Namen Oberüber und Hamburger Flair kommt auf und Fischgeruch in meinen Kopf. Bis No kommt vergesse ich Berlin. Als er da ist vergesse ich was wir sagen; er ließt ein bisschen vor und darf lange bleiben. Ich warte bis halb vier auf die Dämmerung. Dann gebe ich der Tablette nach.
4.4.08 09:05


lifebook/

Ich muss mich eincremen; eine Fettschicht umspannt meinen Körper. Ich setzte die Füße vorsichtiger auf denn je, schlittern fällt auf und der ungesunde Glanz im Gesicht wird dem Petroliumlicht zugeschrieben. Das Licht im Bad muss Gate bei einem Anfall löschen, um Strom zu sparen: ich werde glanzlos. Der Vormittag verblasst, wird wieder weiß im Kittel des Ersatzarztes: pissgelb im Ausgangsverbot. Nos Socken braun, sein Kopf rot, das alles schwarz, dass ich es waschen muss: eine Stunde lang, bis es nie mehr dreckige Sachen gibt. Nur Nietnägel und blutlose Finger. Die machen alles rein: blendende Laune. Gleißendes Licht spiegelt im Plastikgeschir; das ist gut, das kann nie kaputt gehen, selbst wenn Thomas es gegen die Wand haut oder vielleicht ich. Selbst zur Musik, zwei Viertel, alles bleibt heile, wenn man es macht. So schleudert man sich trocken: alle gute Laune durch die Zeit mit dir und am Ende kann man sich die neuen Sachen anziehen; bügeln unnötig bei grauer Baumwolle; und Knitter werden immer hip bleiben solange es Bügeleisen gibt. Aber dich kann es nicht immer geben und die Hormone feiern Untergrundpartys von denen ich nichts weiß oder die ich nicht finde; und bleibe allein zurück.
5.4.08 07:46


sonntag

6.4.08 19:12


monatg

7.4.08 19:12


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