Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 


http://myblog.de/st.hedwig

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
16.4.08 21:04


schönschön/

Die schönste Frau der Welt erwacht aus passiven Protest eine Stunde zu spät. Leider nutzt sie diese Stunde, um davon zu träumen, wie sie versucht sich nicht von Gate wecken zu lassen. Als ich dann wirklich aufstehe ist kaum noch Zeit den Augenringen einen wenigstens halbstündigen Urlaub auf den Kanarischen Inseln oder wo sonst der Pfeffer wächst einzureden. Mit meinen müde eingedrückten Augen werde ich beim Morgensport einen ausdrucksstarken Eindruck hinterlassen: Hauptsache das Spiegelbild überzeugen. Ohne Frühstück Frühsport ist ein Kunststück. Mir fällt mein Hang und Drang zum dämlichen Ausdruck auf und kann nichts dagegen tun, außer mich aufs Wesentliche zu beschränken: ein riesig rundes Tuch, das von allen am Rand angefasst und hochgehoben wird: ein Zirkuszelt in den Grundfarben der Welt, das langsam nur zu Boden fällt ... Nach einer Tasse Kaffee geht's mir besser, die harte Birne wird im Magen schon irgendwann weich. Weil schöne Frauen große Aufgaben übernehmen sollten führe ich meine Gruppe verantwortungsvoll von der Geschlossenen zum offenen Atelier, dort kriege ich auch Schokolade. Ich mache meine Tanne in Acryl, das Pärchen bleibt ungemalt, der Weg farblos: ich sollte mit der Selbstdiagnose aufhören und meinen Gefühlen mehr Freilauf lassen: eine ganz bunte Tanne; schöne Frauen sind auch sehr naturverbunden. Ich versuche auch meine Genialität im Zurückhaltens meines Urins in der dafür vorgesehenen Blase zu üben. Die Probleme die ich im Normalfall damit habe spricht man im Üblichen nur dem schwachen Geschlecht zu. Ich werde auch immer besser; in allen Dingen: warten. In der Schlange beim Mittagessen ist das kein Problem, weil sich die Distanz stetig ca. alle zwei Kellen voll Kartoffelbrei um einen Schritt also mindestens volle dreißig Zentimeter verkürzt. Dann sind es noch zwei volle Stunden bis sich das offene Atelier wieder in ein solches tut, will sagen öffnet, will sagen: gebrauche, und verschwende nicht, meine kostbar schöne Zeit zum Reden vieler Wörter, sämtlicher Erklärungen, Randnotizen und Fußnoten inbegriffen. Aber ich muss sparsam sein, die schönste Energie soll umgeleitet werden, in das Bild von Monet das ich gerade abmale. Mir wurde gesagt, dass in der Malgruppe eine Frau mit Zwangsneurosen drin ist und ich glaube das ist die Frau die mich ständig lobt. Als ich mein Bild aber im Zimmer aufhänge bleibe ich von dessen Schönheit geblendet eine halbe Stunde davor stehen. Ich will zur Ablenkung lesen, lese energisch laut, aber komme nicht gegen den Drang an und schicke mich selbst aus dem Zimmer. Mein schönes Zimmer in dem jetzt ein Monet hängt. In der Umgebung von Leuten die nicht wie ich sind fühle ich mich wohler. Alle die ich im Gang anfangen und ins Zimmer locken kann finden mein Bild auch schön. Gate weint, darum muss ich jetzt wirklich lesen: feinste französische Lyrik. Ich mache dann noch was mit No, auch streiten und alles andere am Tag ist auch schön. Ein leerer Kopf geht ins Bett und hofft, dass er sich morgen immer noch so gut mit der Regelung von Neurotransmittern auskennt.
16.4.08 20:20


vom müssen und verpacken/

 

Die Modalverben fliegen durcheinander, vonwegen Hilfe: man weiß nicht, was man mit mir macht. Ich weiß sehr wohl was ich mache: die Bücher und Hefte liegen Kante an Kante auf dem Laptop, um optimal den Platz in der Tasche zu nutzen; die dreckige Wäsche kommt ganz unten in den Beutel, damitich später weiß, was noch gewaschen werden muss und was nicht. Hinterlassen werde ich die Altapapier- nierenschale mit den zwei benutzen rosa Wachsbällchen, demnächst brauche ich mir nichts mehr in die Ohren zu stecken. Demnächst werde ich im Zug in eine andere Stadt sitzen und mich fühlen wie sonst auch wenn ich im Zug sitze und in eine andere Stadt fahre: das Heimische. Das Hemische wird aufkommen, sobald ich geprüft habe ob stimmt was Thomas sagt: dass jemand für ich am Telefon ist.
No sagt natürlich war der Montag gut und muss der Dienstag schlecht laufen. Er weiß immer wie das mit den Hilfsverben funktioniert, dann atmet er tief aus und beruhigt mich. Er sagt er ist Komparse und kann den ganzen Tag lesen und ich muss mir vorher überlegen was ich den Ärzten sagen will und dann muss ich es sagen. Wenn ich eine Statistik aufstelle ist das MUSS bei mir deutlich höher im Kurs, als bei ihm. Oder als bei jedem. Um das nicht überdenken zu müssen (!) nehme ich die Tabletten die ich nehmen darf und schlafe bis zum Abend bis No wieder anruft. Er muss ja nicht übertreiben. Er muss Bus fahren sagt er, aber theoretisch betrachtet könnte er zu Fuß laufen, weiß ich. Ich kriege noch rosa Tropfen in einem  blauen winzigen Messbecherlein und schlafe und verpasse Nos nächsten Anruf.

 

 

 

 

8.4.08 12:23


7.4.08 19:12


6.4.08 19:12


lifebook/

Ich muss mich eincremen; eine Fettschicht umspannt meinen Körper. Ich setzte die Füße vorsichtiger auf denn je, schlittern fällt auf und der ungesunde Glanz im Gesicht wird dem Petroliumlicht zugeschrieben. Das Licht im Bad muss Gate bei einem Anfall löschen, um Strom zu sparen: ich werde glanzlos. Der Vormittag verblasst, wird wieder weiß im Kittel des Ersatzarztes: pissgelb im Ausgangsverbot. Nos Socken braun, sein Kopf rot, das alles schwarz, dass ich es waschen muss: eine Stunde lang, bis es nie mehr dreckige Sachen gibt. Nur Nietnägel und blutlose Finger. Die machen alles rein: blendende Laune. Gleißendes Licht spiegelt im Plastikgeschir; das ist gut, das kann nie kaputt gehen, selbst wenn Thomas es gegen die Wand haut oder vielleicht ich. Selbst zur Musik, zwei Viertel, alles bleibt heile, wenn man es macht. So schleudert man sich trocken: alle gute Laune durch die Zeit mit dir und am Ende kann man sich die neuen Sachen anziehen; bügeln unnötig bei grauer Baumwolle; und Knitter werden immer hip bleiben solange es Bügeleisen gibt. Aber dich kann es nicht immer geben und die Hormone feiern Untergrundpartys von denen ich nichts weiß oder die ich nicht finde; und bleibe allein zurück.
5.4.08 07:46


freitage voller/

Ich verschwende keine Worte mehr. Alle können sagen was sie wollen, ich trinke Tee. Wer nichts Kluges zu sagen hat darf hier nicht schweigen: umgeben von Dummheit und Krankheit und Oberflächen deren Inneres so flach ist, wie ihre Bäuche sein sollten. Ich setzte mich da hin; ich setzte mich da hin; nun bin ich schon sozial und kein Stuhl ist frei. Die Kunst ist frei und macht jeden freier und die Beschäftigungstherapie lässt das zu, auch hinter verschlossenen Türen und ich bleibe auf dem Hocker mit dem Fugenkleber sitzen bis ich wieder Freiheit brauche. Um elf Uhr muss ich sie brauchen, die Therapie ist alle: ich und der Tee sind allein. Cäcilia macht wohl mit Gate Nachturlaub; ich muss ihr Verantwortung für mich noch beibringen. Dann würde ich ihr zur Belohnung von den bunten Nudeln geben, die sind vegetarisch. Vegetarische Tiere sind sehr gut; Vegetarier sind nur halbe Menschen und Raucher auch und alle die immer nur Kiwis essen, ohne dass sich ihre Mägen zusammenziehen. Aus dem Tiefschlaf holt mich der Chefarzt persönlich. Im Halbkreis steht die weiße Brigade um mein Bett, ich bin wohl ziemlich krank. Krankheit macht den Menschen weich, ich rede: Subjekt Prädikat Objekt, die Reihenfolge ist mir peinlich: Tomatenkopf ich. Und werde auch nicht wieder rosa vom Gedächnistraining das ich nicht besuchen will. Man lässt mich unbegossen stehen. Ich bin keine Tomate und brauche das Wasser um grün zu werden, bei grün darf man gehen und ich Ampelmännchen stolziere stolz hinter und mache brav meine Aufgaben. Aber ich will was mit ohne Worte und Bilder suchen und mit dem roten Kugelschreiber ausmalen; das ist der Rest Tomate in mir. Dagegen gibt mir die Psychologin die Anleitung zum Unglücklichsein, aber die kenne ich schon und lese nur eine Geschichte mit einem Hammer. Raushauen kann mich Annmarie die nur zu Besuch ist. Wir sprechen von Leuten mit Namen Oberüber und Hamburger Flair kommt auf und Fischgeruch in meinen Kopf. Bis No kommt vergesse ich Berlin. Als er da ist vergesse ich was wir sagen; er ließt ein bisschen vor und darf lange bleiben. Ich warte bis halb vier auf die Dämmerung. Dann gebe ich der Tablette nach.
4.4.08 09:05


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung